5 Gefühlskarten-Übungen (≤ 10 Min.)
für einen entspannteren Klassenalltag
Jede der fünf Übungen dauert höchstens zehn Minuten, braucht nichts ausser den Gefühlstiere®-Karten und lässt sich in bestehende Rituale einbauen. Sie bringen mehr Ruhe, Empathie und Fokus in den Klassenalltag, ohne dass dafür eine eigene Lektion nötig wäre.
| Du brauchst … | Du bekommst … |
|---|---|
| Ein Kartenset Höchstens 10 Minuten |
Ein Gefühl für das Klassenklima Einen ruhigen Einstieg nach Konflikten Sprache und Empathie im Training |
Vorweg: Auf den Karten steht kein Wort
Alle fünf Übungen bauen darauf auf. Auf den Karten der Gefühlstiere® steht kein einziges Wort. Kein Gefühlsbegriff, kein Tiername. Kein Tier ist einem bestimmten Gefühl zugeordnet.
Deshalb lautet die Frage in jeder Übung „Welches Tier passt gerade zu dir?“ und nie „Welches Gefühl ist das?“. Die Kinder wählen aus, sie ordnen nicht zu. Das ist kein Detail, sondern der Grund, warum die Karten Gespräche öffnen statt sie abzukürzen.
1. Gefühls-Check-in (Morgenkreis, 3 Min.)
- Alle ziehen spontan ein Gefühlstier.
- Drei Freiwillige erklären kurz, warum ihr Tier heute passt.
- Die Lehrperson hört zu und merkt sich, wer heute Unterstützung braucht. Nicht kategorisieren, nur wahrnehmen.
Effekt: Klassenstimmung auf einen Blick, Kinder fühlen sich gesehen, gute Grundlage für den Tagesstart.
2. Das Gefühl des Tages (Schreib- oder Deutschunterricht, 5 Min.)
- Eine Karte zufällig ziehen und gemeinsam anschauen.
- Fragen an die Klasse: „Wann hast du dich zuletzt so gefühlt wie dieses Tier? Was hat dir damals geholfen?“
- Optional: 3-Satz-Geschichte oder Mind-Map dazu schreiben lassen.
Trainiert Wortschatz und Metakognition, guter Schreibimpuls.
3. Gefühls-Barometer nach Konflikten (Pausen-Rückkehr, 7 Min.)
- Die Beteiligten wählen je eine Karte, die zu ihrem Erleben passt.
- Leitfrage: „Was bräuchte dein Tier, um ruhiger zu werden?“
- Gemeinsam eine konkrete nächste Aktion vereinbaren, etwa eine kurze Auszeit, eine Entschuldigung oder eine Regel, die geklärt werden muss.
Wirkt deeskalierend, weil zuerst jede Seite ihr eigenes Erleben zeigt, bevor über Schuld gesprochen wird.
4. Emotions-Pantomime (Bewegungs-Break, 5 Min.)
- Ein Kind zieht eine Karte und behilft sich nur mit Körpersprache.
- Pantomimisch darstellen, wie sich das Tier gerade fühlen könnte. Die Klasse rät nicht das „richtige“ Gefühl, sondern sammelt, was sie sieht.
- Kurze Reflexion: „Woran habt ihr das gemerkt? Wie fühlt sich das im eigenen Körper an?“
Ideal bei Konzentrationstiefs, verbindet Körper und Emotion.
5. Wochen-Rückblick mit Wunsch-Karten (Freitag, 8 Min.)
- Jede und jeder wählt zwei Karten:
- Rückblick – „So habe ich mich diese Woche am häufigsten gefühlt“
- Wunsch – „So möchte ich mich nächste Woche fühlen“
- Kurz im Plenum oder in Zweiergruppen teilen.
Stärkt Selbstreflexion und Zielorientierung, schafft einen rituellen Abschluss.
FAQ – Häufige Fragen zu den Übungen
Ab welcher Klasse?
Ab Kindergarten bis Klasse 9. Jüngere Kinder arbeiten mit einer kleinen Auswahl von vier bis sechs Karten, ältere mit dem ganzen Set und längeren Reflexionen.
Braucht man extra Stunden?
Nein. Alle Übungen passen in bestehende Rituale wie Morgenkreis, Schreib-Impulse oder Klassenrat.
Was, wenn sich einige nicht öffnen?
Keine Pflicht. Zeigen oder anonym ablegen genügt. Freiwilligkeit ist Teil des Konzepts.
Welches Tier steht für welches Gefühl?
Keines. Auf den Karten steht kein Wort, und eine Zuordnung ist nicht vorgesehen. Dasselbe Tier kann für ein Kind Wut bedeuten und für ein anderes Erschöpfung. Wer die Karten nachträglich beschriftet, nimmt ihnen genau das, was sie wirksam macht.
Wir machen Gefühle sichtbar, und im Klassenzimmer beginnt das mit zehn Minuten, die man sich nimmt.
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Simon Frey ist Schulsozialarbeiter (12+ Jahre Erfahrung) und Gründer von Gefühlstiere® | Denk-Frey-Raum, Wallenwil